In diesem Bereich möchte ich die am öftesten gestellten Fragen und die grössten Missverständnisse der Magie kurz erklären, in einem Frage - Antwort Stil:

 

Welche "Farbe" hat die Magie?

 

Viele Laien denken automatisch Magie sei etwas böses, Unnatürliches. Magie ist jedoch weder böse, noch unnatürlich. Magie ist ja eben gerade das, was die Natur formt und das Leben erhält. Ungeachtet dessen, gibt es auch viele angebliche Meister, welche die Magie in Schwarz, Weiss und alle anderen Farben einteilen. So gilt jedwede Magie die mit Heilung zu tun hat, wie auch Magie die Gutes für andere Menschen als den Magier bewirkt als weiss, Magie die egoistischen Zielen dient oder Schaden verursacht als Schwarz. Magie die sich mit der Natur befasst als Grün, Magie der Elemente den Elementen entsprechende Farben (Feuer - Rot, Wasser - Blau/Grün, Erde - Braun, Luft - Hellblau, Äther - Violett) Auch gibt es Menschen, welche die Art wie die Magie gewirkt wird benennen. So gibt es Mentalmagie, göttliche Magie, Ritualmagie, Magie der leeren Hand etc. Auch benennt man die magische Anschauung der Welt wie etwa: Hermetik, Yoga, Christentum etc. 

Doch um zur Antwort zu kommen. Magie hat keine Farbe. Sie ist. Strom ist, wie Magie, eine Energieform mit der man vieles tun kann. Man kann damit ein Zimmer beleuchten, Speisen wärmen, Autos betreiben, aber auch Menschen töten. Strom ist deswegen aber weder gut, noch böse. Allein der Anwender könnte "gut" oder "böse" sein. In der Magie kann man daher nie die Magie mit einer Farbe versehen, bestenfalls den Anwender. Strom ist ja auch farblos, kann aber Hitze, Kälte, Licht, Bilder, Ton, bewegung etc. hervorrufen, da spricht man ja auch nicht von Hitzestrom oder Lichtstrom oder Bewegungsstrom sondern einfach von Strom und der ist nichts anderes als Energie.

Doch hütte man sich davor Anwender in Schubladen zu stecken, denn die wahren Motive und Gründe eines Menschen kennt niemand, und eine scheinbar böse Tat kann viele gute Früchte bringen, und umgekehrt. Magie ist also an und für sich einfach neutral, kann aber für viele Zwecke verwendet werden.

 

Gut & Böse / Die Subjektivität der "Realität"

 

Die Definition von Gut & Böse ist ebenso subjektiv wie das Empfinden einer Situation. Sie kennen es sicherlich. Eine Situation wird von verschiedenen Menschen gänzlich verschieden empfunden und gedeutet. Selbiges gilt für Bilder und letztlich alles im Leben. Sie kennen sicherlich die berühmten Tintenkleckse in denen verschiedene Menschen verschiedene Bilder sehen (Rohrschachtest)

Oder nehmen wir einen Baum. Das Kleinkind sieht darin etwas Hartes, dunkles mit grünen Dingern daran. Der Biologe sieht darin eine Verbindung organischer Zellen, also eine komplexe Lebensform die durch die Gewinnung von Energie aus Licht, durch Chloroplasten (recht komplexer Vorgang der Photosynthese) etc ihr "Leben" - das heisst im biologischen Sinne Wachstum - erhält. Der Chemiker sieht darin eine organische Verbindung aus diversen Molekülen, die ihrerseits aus diversen Atomen bestehen, die ein lebendes System darstellen (im chemischen Sinne: Leben = selbstständiger Erhalt eines chemischen Systemes), der Philosoph wird sich fragen ob der Baum auch noch da ist, wenn ihn keiner sieht, der Dichter wird vielleicht zu einem Werk inspiriert, der Priester sieht darin ein Wunder Gottes, der Tischler vielleicht einen wunderbaren Rohstoff für seine Schränke, der Elektriker einfach einen Baum etc.

Auch die Definition von Kalt und Warm ist ein gutes Beispiel für Subjektivität. Sagen sie einmal einem Inuit (Eskimo) dass ihnen bei 10 Grad kalt ist oder einem Beduinen dass sie die Hitze von 30 Grad kaum ertragen. Ein Blinder wird auch kaum in der Lage sein die Farben eines Regenbogens zu beschreiben und ein Gehörgeschädigter vermag es kaum ein Werk Mozarts richtig zu verstehen. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Wahrnehmung der Realität ist ebenso subjektiv, wie die Deutung dessen was man wahrnimmt.

Das gilt gerade auch für "Gut" und "Böse". Die hermetische Magie hat diesen Begriffen schon vor Jahrtausenden abgeschworen, da sie bewerten.

In der Regel sieht ein Mensch das als "Gut" an, was ihn beschützt, ihm nützt oder selbiges für Wesen tut die ihm wichtig sind, wohingegen er als "Böse" bezeichnet was ihm oder Wesen die er mag schadet, auf welche Weise auch immer.

In der Hermetik wurde definiert: Der positive Pol umfasst alles Aufbauende, Erschaffende, Erhaltende wohingegen der negative Pol das Zerstörende, Zersetzende, Vernichtende etc. darstellt.

Der Grund ist simpel: Ein Mörder sieht seine Taten oft durchaus als gerechtfertigt und gut an, wohingegen sie für die Opfer unweigerlich als böse empfunden werden. Im Alltag erleben wir täglich weniger drastische Situationen, in denen wir etwas als gut empfinden, das für andere böse ist und umgekehrt, etwa ein Strafzettel wegen falschparken wo man als Empfänger die Polizistin als "böse" empfindet wo man doch eigentlich selbst derjenige ist der gegen die Regeln verstossen hat.

 

Die klare Definition von positiv und negativ ermöglicht es, solche Ereignisse mit mehr Distanz zu betrachten was in den meisten Fällen sehr förderlich ist. Geraten sie in Stress oder gar Wut wenn sie eine U Bahn verpassen, obwohl keine 5 Minuten später die Nächste fährt? Viele Menschen tun es. Hier wäre etwas Distanz durchaus angebracht.

Es gibt auch gesellschaftliche Definitionen von "Gut" und "Böse" wobei diese sehr Kulturabhängig sind und wie ich im Religionsbereich noch ausführen werde, können Werte die eine Kultur als Gut ansieht von einer anderen Kultur als durchwegs Böse empfunden werden. Ist Kannibalismus hierzulande Mord und Leichenschändung ist es in manchen Stämmen ein Zeichen der Ehrerbietung einem grossen Menschen gegenüber bevor er alt, schwach und irre wird um ihn in seiner besten Zeit in Erinnerung zu behalten.

 

Auch zeitliche Epochen haben solche Differenzen. So war es noch vor ein paar Jahrhunderten in Europa ganz natürlich, dass ein Mädchen mit 16 bereits mehrfache Mutter ist und mit 12 einen gut 10 oder 20 Jahre älteren Mann geheiratet hat. Heute ist das Kinderschändung. In anderen Kulturen ist das heute noch gebräuchlich. 


In der Magie ist es jedenfalls wichtig, Situationen nicht sofort zu werten sondern sie aus Distanz zu betrachten und unabhängig von seinen persönlichen Emotionen zu handeln. Diese Distanz zu den eigenen Begierden und Emotionen fehlt leider den meisten Amateuren, weshalb sie in der Praxis meist auch nur sehr wenig erreichen. Doch dazu in einem anderen Bereich.

Hier geht es nur darum zu erfassen, dass Gut und Böse subjektive Erfahrungen und Deutungen sind, welche keine Allgemeingültigkeit haben und man oft wesentlich mehr erreicht, wenn man die Situation mit Abstand betrachtet und dann, ungeachtet seiner Emotionen, das tut was man für das "Richtige" hält. Sprich, man seiner Vernunft und nicht den Gefühlen, Vorurteilen, erlernten Verhaltensmustern oder gesellschaftlichen Vorschriften folgt.


In der Hermetik gibt es eine weitere Definition: Gut ist das "Mittelmaß" wohingegen "Böse" eine Entgleisung in eine Richtung ist - zuviel oder zu wenig von Etwas. Detaillierter ausgeführt in den 12 Zwillingseigenschaften im Punkt Hermetik. Kurz - Zuviel Mut wird zu Übermut, zu wenig zu zögern. Zuviel Angst wird zur Panik, zu wenig verleitet zu äusserst waghalsigen Aktionen. Zuviel Strenge wird zur Grausamkeit, zu wenig zur Schwäche etc.


Des weiteren gilt in der Magie der Grundsatz

"Es gibt nichts Böses, das nicht auch etwas Gutes in sich birgt. Es gibt nichts Gutes, das nicht auch etwas Böses in sich birgt" - Alles hat Auswirkungen und einen Sinn.

Schicksalsschläge, so hart sie sein mögen, haben immer den positiven Effekt des geistigen / spirituellen Wachstums. Es gibt kaum eine Zeit im Leben die einen so schnell wachsen lässt wie eben die schwersten Zeiten, wohingegen gute Zeiten zumeist auf Kosten der geistigen Entwicklung gehen und zu Faulheit, Egoismus und dergleichen führen. In der Hermetik gilt - Gott hat nichts schlechtes oder unnützes erschaffen - auch das negative Prinzip hat seine Aufgabe in der Schöpfung und ist für die menschliche Entwicklung genau so wichtig wie das positive Prinzip. Dämonen haben andere Aufgaben als Engel sind aber genauso nützlich aus der höheren Sichtweise der Evolution. Der Kreislauf der Natur mit Leben und Tod zeigt es auch schön - erst durch die Vernichtung von Altem, kann junges frisches entstehen. Wenn kranke, alte Zellen sterben können gesunde nachwachsen. Erst aus den Überresten von Lebensformen (Erde) können Pflanzen wachsen und gedeihen deren Tod wiederrum viele Tiere am Leben erhält (fressen) die nach ihrem Tod wieder Nahrung für Pflanzen werden etc.

 

Schicksal: 

 

Ja es gibt ein Schicksal, auch genannt Karma. Das Gesetz von Ursache und Wirkung: Jede Wirkung hat eine Ursache und jede Ursache zieht eine Wirkung nach sich. Auch wenn wir meinen einen freien Willen zu besitzen, so ist das nur halb korrekt. Theoretisch hat der Mensch einen freien Willen, doch schwimmt er im Strom der Einflüsse. Wie leicht beeinflussen uns die Stimmungen anderer Menschen, der Hormonspiegel oder Zuckerspiegel im Blut, Körperhaltung, der Sonnenstand, die Astrologie, die Medien, die Wesenheiten, Regeln der Gesellschaft, unsere Emotionen und Gedanken...die Liste kann man fast endlos fortsetzen. Wir sind uns der vielen Einflüsse meist nicht einmal bewusst und folgen ihnen einfach, aus dem Irrglauben heraus es wären unsere eigenen Ideen, was aber eben nicht stimmt wie man beim neurolinguistischen Programmieren wunderbar sehen kann.

Wie eine Herde Schafe lassen wir uns von den Einflüssen lenken und treiben. Wer sein Schicksal selbst in die Hand nehmen will muss sich zuerst einmal aller Einflüsse bewusst werden die auf ihn einwirken. Dann, und das ist der schwierige Teil, muss er den Willen und die Kraft aufbringen sich den Einflüssen bewusst zu entziehen und das ist derart schwierig, dass es ohne gründliche magische Schulung in die Hose geht. Freiheit vom Karma muss erkämpft werden.


Der freie Wille besteht darin, dass wir uns gegen die Einflüsse wehren und uns dann gegen sie oder für sie Entscheiden können, aber bewusst. Da solche Willensäusserungen aber meist durch andere Einflüsse hervorgerufen werden sind wir erneut "unfrei". Wenn sie Beispielsweise von ihrem Chef runter gemacht werden haben sie vielleicht Lust ihm eine runterzuhauen. Sie wiederstehen dem Einfluss aber aus Angst gefeuert und angezeigt zu werden. Egal was sie tun in beiden Fällen haben sie zwar eine Wahl getroffen aber keine wirklich selbst getroffene. Hauen sie dem Chef eine runter, trieb sie ihre Wut. Lassen sie es bleiben, treibt sie ihre Angst. Wenn sie in der Situation jedoch gründlich überlegen, aus der Position ihres Emotions und Trieblosen Geistes, was ihr Ziel ist, was für die Situation am besten ist...dann treffen sie vielleicht eine Entscheidung die ihren Chef ebenso verwirrt wie sie und bedanken sich für seine ehrliche Meinung.

Lange Rede kurzer Sinn: Das Schicksal ist nur schwierig zu verändern und um es zu können muss man auf dem Wege schon ein gutes Stück gekommen sein.

 

Astrologie mit einer Trefferquote von gut 95% funktioniert etwa ähnlich einer Wirtschaftsprognose - man kann nie sagen, wie es wirklich sein wird, aber man kann sagen, dass aufgrund dieser und jener Tendenz (Einfluss) diese oder jene Entwicklung sehr wahrscheinlich ist. Und da die meisten Menschen eben den Einflüssen folgen anstatt sich von sich selbst zu distanzieren, ihre Motive zu hinterfragen und selbst zu entscheiden, behält die Astrologie in den meisten Fällen recht. Das Schicksal steht in den Sternen, heisst es, und wird so lange stimmen, bis die Menschen anfangen wirklich BEWUSST zu Leben und zu handeln.

 

Was ist magische / spirituelle Reife und woran erkennt man sie?

 

Magische Reife ist der Fortschritt in der spirituellen Entwicklung. Sie besteht aus Willenskraft, Intellekt, Liebe (Nächstenliebe, asexuell), Bewusst - sein und Glaubenskraft. Je stärker ausgeprägt diese Attribute desto reifer der Mensch. Führen wir Aspekte der Hauptattribute auf: Willenskraft: Selbstbeherrschung, Imaginationskraft, Wille, Ausdauer, Zähigkeit, innere Stärke, Selbstvertrauen....

Intellekt: Intelligenz, Wissen, Weisheit, Gedächtnis, Lernfähigkeit, Geistesschärfe...

Liebe: Hilfsbereitschaft, Veredelung des eigenen Charakters, Nächstenliebe, Altruismus, Bescheidenheit, tiefe Gefühle...

Bewusst - sein: Identifikation mit dem wahren (geistigen) Selbst, die Fähigkeit das edle, wahre Selbst im Alltag zu sein, im JETZT leben, Handlungen bewusst vollführen, bewusst denken, fühlen...

Glaube: Unerschütterlicher Glaube an Gott und höhere Kräfte sowie die eigene innere Kraft und Göttlichkeit, Demut gegenüber Gott, die Bereitschaft zu dienen, Glaubenskraft die alles überwindet etc.

Die magische Reife ist entscheidend für den magischen Weg. Erst mit fortschreitender persönlicher Reife kann man die universalen Wahrheiten verstehen und anwenden, Erfolg in magischen Operationen haben, Gott dienen, in der Magie voranschreiten und mehr lernen und je reifer man ist umso mehr Unterstützung erhält man von höheren Mächten beim spirituellen Weg. Des weiteren bringt magische Reife immer mehr Eigenverantwortung und damit wahre Freiheit, sowie natürlich magische Fähigkeiten und Macht, die verantwortungsvoll gebraucht werden sollte, will man nicht vom Karma schwer zur Rechenschaft gezogen werden.

Man erkennt die Reife eines Menschen an seinem Verhalten im Alltag. Je reifer ein Mensch umso gottähnlicher wird er. Sein Verhalten gibt Aufschluss. Je edler, nobler, höflicher, ehrlicher, hilfsbereiter, selbstbeherrschter ein Mensch ist umso fortgeschrittener ist er meist. Wenn er seinem Willen folgt, immer vor der eigenen Tür kehrt und niemanden kritisiert, weise und intelligent ist, höflich und zuvorkommend, weiss wann er schweigen und wann er reden muss, wenn der Mensch seine Nächsten liebt und an sich arbeitet, seine negativen Emotionen unter Kontrolle hat und nicht darum verlegen ist sich zu entschuldigen wenn er sich falsch Verhalten hat, dann ist er in der Entwicklung gut vorangekommen. Wenn er die 3 kleinen Lichter - Weisheit, Stärke und Schönheit in sich verwirklicht und lebt, ist er auf dem magischen Weg schon gut vorangekommen, selbst wenn er sich nicht aktiv mit Magie befassen sollte. Wahre Reife kommt von innen, nicht von aussen.

Aber auch reife Menschen sind Menschen, haben ihre Körperfunktionen und schlechten Tage - die Frage ist in solchen Zeiten aber - Wie geht die Person damit um?

 

Wo liegen die Grenzen der Magie?

 

In der Magie gibt es 2 begrenzende Dinge: Die persönliche Reife und die göttlichen Gesetze. Im Grunde ist nichts unmöglich, doch wer sich karmisch zu stark durch eine Tat belasten würde oder zu stark in den göttlichen Plan eingreifen würde, wird von den höheren Mächten oder Gott selbst an der Durchführung der Tat gehindert. Des Weiteren steht die persönliche Reife als Hüter vor der Macht. Je weiter man in seiner magischen Entwicklung gekommen ist umso grösser wird die persönliche Macht. Wer seinen Charakter veredelt hat, willensstark ist, einen tiefen Glauben und Liebe besitzt und sich all dessen bewusst ist, der wird in der Magie grosse Erfolge erzielen können und selbst die Wesen des Kosmos werden ihm dienen und gehorchen und er mag sogar die wahre göttliche Sprache, das schöpferische Wort erlernen - und ab diesem Punkt ist nur die eigene Fantasie die Grenze der Möglichkeiten.

Anders ausgedrückt: Die Grenzen der Magie sind die Grenzen des Anwenders. Wenn der Anwender einen sehr starken Willen, felsenfesten Glauben, Allwissenheit und göttliches Bewusstsein hat ist ALLES möglich.

Die Grenze des Anwenders liegt etwa in der Kreativität (sie können  nichts tun was sie sich nicht vorstellen können) in einem zu schwachen Willen (wenn sie etwas nicht wirklich wollen wird es nichts) im Glauben (wenn sie glauben es sei nicht möglich ist es nicht möglich) und im Bewusstsein (wenn sie sich nicht bewusst sind das sie alles tun können und magisch wirken können - als göttlicher Funke der sie sind - dann bringt alles nichts. Solange sie sich mit ihrem Körper, den Emotionen oder Gedanken indentifizieren können sie nicht magisch wirken)

Eine der grössten Grenzen ist jedoch das eigene Weltbild - wenn für sie etwas unmöglich ist, warum auch immer, dann ist es das auch. Daher ist es in der Magie wichtig ständig seinen Horizont zu erweitern, eigene Denkmuster und Glaubensvorstellunge zu hinterfragen, Überzeugungen zu prüfen und zu erweitern oder gegebenenfalles über den Haufen zu werfen und durch bessere zu ersetzen. Ein steter Prozess des Wandels und Lernens. Ein gutes Weltbild erweitert sich ständig. Am besten gibt es darin kein "unmöglich" sondern nur ungeklärte Fragen, die mit der Zeit zu Antworten führen.

 

Loge - Lehrer - Eigener Weg?

All dies hat seine Vor und Nachteile. Nur die Wenigsten sind in der Lage ihren Weg selbst zu finden und allein zu gehen, das erfordert bereits eine hohe Reife ist aber letztlich der einzige Pfad zur Meisterschaft (den man auch später noch antreten kann) Man ist unabhängig, frei und nicht an Dogmen gebunden.

Lehrer ermöglichen sehr individuelle Betreuung, können Wissen sehr verständlich weitergeben, den Fortschritt überwachen und Hilfestellung geben. Es hat auch noch andere Vorteile einen Lehrer zu haben, etwa eine Person der man wirklich glauben und vertrauen kann, die einem beweist, dass Magie wahr ist und damit im Glauben an die Magie hilft - was ja sehr wichtig ist. Nachteile gibt es auch - meist folgt man seinem Lehrer blind, wird abhängig und sehr anfällig für Missbrauch - und leider gibt es nur sehr sehr wenige wirklich gute Lehrer die ihre Schüler nicht ausbeuten sondern wirklich helfen.

Logen bieten eine Gemeinschaft, Freunde, Austauschmöglichkeiten, Belohnungen (Aufstieg in der Hierarchie der Loge) und viel Ansporn was einige brauchen. Auch vermitteln sie das Gefühl etwas ganz besonderes, elitäres zu sein was den Glauben an die eigene Kraft stärkt - was in der Magie sehr wertvoll ist. Nachteile - man wird an Dogmen gebunden, unselbstständig, denkt meistens nicht mehr allzuviel selbst, zahlt Beiträge und wird in eine Befehlskette eingebunden.

 

Alles hat seine Vor und Nachteile. Letztlich sollte man den Weg gehen bei dem man sich am wohlsten fühlt und meint am besten voran zu kommen.

 

Wie wirkt Magie?  

 

Magie ist die Fähigkeit, durch seine Gedanken sich selbst und durch die Resonanz auch sein Umfeld zu beeinflussen und zu verändern.

Alle Magie braucht um zu wirken einige Grundeigenschaften:

Willenskraft (Stärke des Wunsches) Wissen (wie setze ich es um) Imaginationskraft (plastische Vorstellung des Wunsches) Glaube (dass man es bewirken kann und die Magie funktioniert) und das Bewusstsein, dass es bereits so ist. Man könnte sagen Magie ist eine Einbildung die so stark verdichtet wird, dass sie auch für andere Menschen real wird.

 

Mathematisch: Um ein magisches Ergebnis Y zu erzielen, müssen Willenskraft W, Imaginationskraft I und Glaube G grösser oder gleich Y sein also:

 

W+I+G = Y. In zahlen: 1+1+1 = 3 - in dem Fall wirkt die Magie. Wenn 1+1+1 > 2 wirkt sie ebenfalls, mitunter besser als erwünscht was zu unangenehmen Überraschungen führen kann. Wenn 1+1+1 = 4 geht die Rechnung offensichtlich nicht auf und es tritt keine Wirkung ein.

Die aufgebrachte Kraft muss also gross genug sein um das Ergebnis zu bewirken. Wer versucht mit einer Leistung von einer 40 Watt Birne ein Stadion zu beleuchten, wird es nicht schaffen. Da benötigt er schlichtweg mehr Leistung - bei einem Gruppenritual nimmt man halt mehrere 40 Watt Birnen und macht es so (Kraft der Gruppe wo jeder nur einen Teil der Leistung erbringen muss und nicht einer alleine alles) oder man nimmt - wenn mans alleine macht - halt eine wirklich grosse und starke Birne etwa die Sonne.

 

Um sich das Ganze zu erleichtern gibt es hunderte Hilfsmittel - die Ritualmagie beschreibt sie sehr genau. Aber auch Sigillen, Formeln und dergleichen sind Hilfsmittel derer man sich bedienen kann (und als Anfänger sollte) aber nicht muss - sofern man in der Lage ist die nötige Energie Y ohne Hilfen aufzubringen oder eben mit Misserfolgen zufrieden ist. Ein mächtiges Hilfsmittel das von Meistern verwendet wird ist die Magie des Wortes - die wahre Kabbalah doch die ist ein Thema für sich

 

Die 3 Pfade der Magie?  

 

Wie bereits erwähnt hat Magie selbst keine Farbe, sie ist und kann für viele zwecke benutzt werden und je nachdem wie man Magie erlernt, wofür man sie benutzt und welche Ziele man verfolgt ergeben sich 3 Grundpfade, 3 Hauptpfade der Magie in welche alle Anderen hineinfallen. Die 3 Wege, aus denen alle individuellen Pfade entspringen, sind 3 verschiedene Wege, Ziele und Anwendungsgebiete sowie Ansichten. Man nennt sie etwa den rechten, linken und mittleren Pfad, oder Mystik, Okkultismus und Magie oder der Pfad des Lichts, der Dunkelheit, der Göttlichkeit.

 

1. Der rechte Pfad / Mystik / Der Weg des Lichts:

 

Dieser Weg ist der passive Weg zu Gott. Es ist der Weg der Hingabe, Demut, bedingungsloser Liebe, Fürsorge, Aufopferung, Heilung, Religiösität. Er ist auch als Pfad der Heiligkeit bekannt, aus dem Grunde, dass die wahrlich Heiligen diesen Weg gingen. Darunter fallen nicht nur christliche Heilige wie Franz von Asissi sondern auch Gestalten wie die Bodhisatvas des Buddhismus und anders Erleuchtete.

Dieser Weg führt am Ende zum Nirvana, dem Eins werden mit Gott. Man opfert letztlich sich selbst (Individualität) und wird alles. Man löst sich auf in Gott und verliert seine Individualität und damit sein Bewusstsein um in Gott aufzugehen und in die göttliche Urenergie zurückzukehren, in wahrer Einheit.

Dieser Weg konzentriert sich auf EINE der 5 göttlichen Grundeigenschaften also entweder Allmacht, Allwissen, Allliebe, Allbewusstsein oder Wahrheit. Der Heilige vervollkommnet einen dieser 5 Aspekte in sich, wird der Aspekt und damit ein Teil Gottes. Das Yoga kennt verschiedene Wege der Heiligkeit - je nach Attribut des Gottes. Etwa Jnana Yoga für Wissen, Hatha Yoga für Wille, Bhakti Yoga für Liebe etc.

Der Heilige geht auf in Gott und sucht oft die Stille, die Meditation, lebt streng nach den göttlichen Regeln und veredelt seine Seele.

Systeme die diesem Weg folgen sind etwa die meisten Yoga Systeme (ausser Raja Yoga) die verschiedenen religiös - mystischen Wege und auch viele New Age Wege wie die Lichtarbeiter. Wobei die meisten Lichtarbeiter keine Ahnung von LICHT Arbeit haben und genauso verhaftet in der Materie, ihren Trieben und negativen Eigenschaften sind wie der Rest der Menschheit und ihre Schattenseiten nie meistern und oft sehr cholerisch, beleidigt oder anders negativ sind weil sie den Schatten ignorieren wollen anstatt ihn anzusehen und auszubessern wie die wahren Heiligen. Nur vor dem Schatten weglaufen und tun als gäbe es ihn nicht bringt ihn nicht zum Schweigen. Nur Selbstvervollkommnung durch bewusste Arbeit an seinem Schatten wirkt wirklich und das ist eine harte Arbeit zu der viele "Pseudoesoteriker" nicht bereit sind.

Dieser Weg erfordert tiefe Religiösität (auch wenn man nicht an einen spezifischen Glauben gebunden ist) und Hingabe. Der Weg führt zu einseitiger Evolution, Spezialisierung bis zur Auflösung in dem göttlichen Attribut das man sich wählte. Er ist vergleichsweise schnell und simpel (aber keineswegs leicht - sein Bewusstsein zu erweitern und das Ego und das Ich aufzugeben ist eine grosse Herausforderung) und bringt durchaus seine Wundergaben, diese sind jedoch auf das Attribut das man wählte beschränkt. Etwa Heilungen. Der Heilige setzt seine Kraft nur für Andere ein, um ihnen zu helfen. Er hilft wo er kann, heilt und versucht den Menschen zu helfen Gott näher zu kommen. Durch Gebet und Leben versucht er Gott auf sich aufmerksam zu machen, in einem von Gottes Attributen aufzugehen, Gott zu bitten ihm entgegen zu kommen, ihm zu helfen.

Berühmte Heilige waren: Buddha, Vivekananda, Franz von Assisi, Bruno Gröning.

Es gibt aber auch viele Meister auf dem Pfad der Vollkommenheit, die mit dem Weg der Heiligkeit begonnen haben und dann, im Lauf der Entwicklung, die anderen göttlichen Eigenschaften entdeckten und auch diese in sich stärkten und so vom Weg der Heiligkeit zum Weg der Vollkommenheit fanden.

 

2. Der linke Pfad / Okkultismus / Der Pfad der Dunkelheit:

 

Dieser Pfad ist der Weg der Rückschritte, der rückwärtsfliessenden Spirale, der rückwärtigen Entwicklung, der Degeneration.

Dieser Pfad ist der Weg der echten Satanisten und der echten Schwarzmagier. Der Weg führt über Pakte sehr schnell zu sehr grosser Macht und Reichtum und vielen anderen Dingen die der Mensch sich wünscht. Es ist der leichteste Weg von allen, und der kürzeste.

Wer diesem Weg folgt mag ein Leben lang grosse Macht besitzen doch wird er bereits in dem Leben sehr stark in seiner Enwicklung leiden und die göttlichen Eigenschaften in ihm degenerieren, verfallen und verschwinden langsam. Je mehr sich der Magier seinen Gelüsten, Trieben und Wünschen hingibt umso schwächer wird sein Wille, umso träger sein Verstand, umso stiller sein Gewissen, umso grösser seine Gier und sein Hass. Der Magier will immer mehr und mehr und mehr und degeneriert völlig. Nach dem Tode muss er seine Schulden beim Paktwesen (meistens hohe Dämonen) abarbeiten und ist nach dem Dienst meist derart degeneriert, seine göttlichen Eigenschaften so verfallen, dass er aufhört ein Mensch zu sein und ein echter Dämon wird, ohne Möglichkeit zur Weiterentwicklung oder Göttlichkeit, bis er irgendwann vollständig vernichtet wird und in die göttliche Urenergie aus der er stammt zurück gezwungen wird was für ihn nicht das Nirvana sondern völlige, endgültige Vernichtung bedeutet, nicht als Eigenschaft Gottes sondern als blosse Energieform ohne Bewusstsein. Der Schwarzmagier setzt seine Kräfte egoistisch ein, um sich selbst zu helfen und seine Begierden zu erfüllen.

Berühmte Schwarzmagier waren: Faust, Hitler, Bush Senior und auch der eine oder andere Papst.

 

Auf der anderen Seite wählen manche Magier, die wahren linken Adepten, diesen Pfad bewusst zur Selbstschulung - indem sie ihre Lüste und Triebe ausleben bis diese stumpf und uninteressant werden veredeln sie sich passiv. Wer seine Wünsche erfüllt bis sie ihn langweilen, befreit sich von diesen Eigenschaften. Dieser Weg des linken Adepten ist der einfachste aber längste zu Gott. Man läutert sich selbst indem man bewusst in die "Hölle" hinabsteigt und seine Schattenseiten auslebt bis sie abfallen und sich das innere Licht, der Wunsch nach Wahrheit und Ewigkeit erwächst. Wer eine Paktschuld abgeleistet hat ist danach meist so geläutert, dass er dem Negativen Pol nie wieder erliegt und beschäftigt sich fortan viel intensiver mit seinem Weg zu Gott.  Es ist ein gefährlicher Weg, denn nicht jeder schafft es umzukehren bevor er in die Grube fällt, aber versinnbildlicht im Tarot den Narren - und wer den Weg bewusst geht wird rechtzeitig umkehren und dann den Pfad der Vollkommenheit beschreiten, geläutert durch seine Erlebnisse. Dennoch ist der Weg keinesweges empfehlenswert da er ein grosser und gefährlicher Umweg ist.

 

3. Der mittlere Pfad / Magie / Der Pfad der Göttlichkeit:

 

Dieser Pfad ist der längste und schwierigste von Allen. Wer diesem Pfad folgt verwirklicht ALLE göttlichen Attribute in sich (nicht nur Eines wie der Heilige) und wird am Ende des Weges nicht ein Teil von Gott sondern eine Gottheit (nicht DER Gott sondern eher ein Wesen wie in antiken Mysterien). Ziel des Weges ist es also die göttlichen Eigenschaften die der Mensch in sich trägt zu entfalten, das göttliche Kind das erwachsen wird, das Ebenbild Gottes (Baby, unentwickelt) wird erwachsen, ein wahres Ebenbild seines Schöpfers, Gottes. Dieser Weg vergöttlicht den Menschen, macht ihm zum wahren Mikrokosmos, zu einem wahren Gott.

Entsprechend schwierig ist er, muss man doch möglichst zeitgleich alle göttlichen Attribute in sich entwickeln, seinen Charakter veredeln und dergleichen mehr. Der Weg ist im Prinzip 5 mal der Weg der Heiligkeit, der Weg der Heiligkeit in allen Ebenen wird zum Weg der Vollkommenheit. Der wahre Magier strebt danach ein Gott zu werden indem er aktiv versucht wie Gott zu werden, die göttlichen Attribute in sich zu verwirklichen, sich Gott anzugleichen. Daher ist dieser Pfad der aktive Weg zu Gott der auch die Mystik in sich enthält, darüber hinaus aber viel mehr.

Hier sind nicht nur Liebe und Hingabe sowie Religiösität wichtig, sondern auch Willenskraft, Disziplin, Selbstbeherrschung, Intelligenz, Weisheit, göttliches Bewusstsein, wahrer Glaube und magische Macht.

Systeme die diesem Pfad folgen sind etwa Hermetik, Raja Yoga oder das Tao. Der Magier sucht ebenso Stille und Meditation um zu üben, aber geht auch in die Welt hinaus und lebt unter den Menschen um seine Vervollkommnung auch in der Praxis des Lebens weiterzuverfolgen.
Der wahre Magier setzt seine Kräfte ein um auf seinem Weg voranzukommen und seinen Mitmenschen zu helfen ihre eigene Göttlichkeit zu entfalten - das ist nicht immer heilende Magie da auch eine "Ohrfeige" im Sinne der göttlichen Entwicklung oft wirksam ist - es bedeutet aber von Herzen das zu tun was Anderen bei ihrer Entwicklung hilft, nicht wie beim Weg der Heiligkeit was Leiden lindert sondern was hilft zu lernen.

Berühmte wahre Magier waren: Hermes Trismegistos / Thoth, Moses, Jesus, Johannes.

 

vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit

- David