Nahezu alle Religionen haben ihr heiliges Buch - die Hindus sogar mehrere Bücher - die Veden, die auch zu den ältesten Schriften der Welt gehören. Darin findet man Lieder, Gebete, Rituale, Glaubensgrundlagen und ethisch / moralische Richtlinien für das Leben.

Die Bhagavad Gita ist ein sehr schönes Werk um die Weisheit des Hinduismus zu erfassen.

 

Der Hindu glaubt an die Trimurti, eine Art Dreifaltigkeit der Hindus die aus den Göttern Vishnu, Brahman und Shiva besteht, Vishnu ist dabei der Schöpfergott, der die Welt schuf und Neues schafft, Brahman erhält das Leben und Shiva bringt Veränderung, Tod und Zerstörung damit Neues Platz hat und die Welt von dem was schlecht wurde gereinigt wird. Unter den 3 Hauptgöttern stehen zahlreiche andere Götter welche den 3 Hauptgöttern helfen. Die Hauptgötter haben auch Söhne und Töchter die den Rang von Halbgöttern einnehmen und mitunter direkt mit den Menschen in Kontakt stehen wie etwa Krishna.

 

Das Yoga wurde vom Hinduismus wesentlich beeinflusst (wie auch von den Lehren der alten Ägypter) – wie auch die Hermetik von den ägyptischen und später christlichen Lehren auch wenn man direkt nur wenig Verbindungen findet.

 

Im Hinduismus spielt die Karmalehre eine sehr zentrale Rolle. Im Yoga geht es etwa darum sein Karma aufzulösen und kein neues Karma mehr zu produzieren damit man aus dem Kreis von Tod und Wiedergeburt ausbrechen kann um in himmlischeren Welten seine Ruhe zu finden. Im Hinduismus ist die Karmalehre aber nicht die des Raja Yoga oder der Hermetik das Gesetz von Ursache und Wirkung (aus dessen Kreis man nicht ausbrechen kann es sei denn man wird vollkommen Passiv) sondern die göttliche Gerechtigkeit. Bist du zu Böse wird Shiva dich niederstrecken und du wirst als Strafe in eine niedrigere Lebensform wiedergeboren. Die Hindus schliessen dabei nicht aus (wie auch Hermetiker) dass der Mensch als Tier oder Pflanze wiedergeboren werden könnte (siehe die Oktaven des Bewusstseins) und unterscheiden auch da zwischen höheren und niedrigeren Wesen.

So gilt die Kuh etwa als heiliges Tier, nicht so der Wurm. Die Rose als hohe Pflanze, nicht so das Unkraut..

 

Und der Glaube hat sich auch in die menschliche Gesellschaft geschlichen – das berühmte Kastensystem. Menschen die ein gutes, würdiges, den Göttern gefälliges Leben geführt haben werden in die höchste Kaste – die Priesterkaste geboren welche für das Seelenheil, den Aufstieg und das Wohl der Menschen sorgt und die Herrscher berät. Die Kriegerkaste welche kämpft und auch herrscht und regiert. Mutige, tapfere Menschen werden in diese Kaste geboren. Fleissige, ehrbare Menschen kommen in die Handwerkerkaste welche wichtige Werkzeuge und Waffen herstellt und noch recht gut lebt. Menschen die zwar Menschenwürdig gelebt haben aber sich sonst nicht auszeichneten werden in die Bauernkaste geboren und ernähren die Gesellschaft mit ihrem Schweiss. Menschen die sich grausam verhielten oder viel Böses taten werden als Tiere verschiedenster Kategorien wiedergeboren als Strafe. Jede Kaste hat dabei ihre Privilegien und ihren Lebensstandard. Die beiden oberen Kasten sind einander ebenbürtig, auch wenn sie sich nie in die Angelegenheiten der jeweils anderen einmischen. Die Handwerker bilden eine Mittelschicht die zwar respektiert ist und einige Rechte hat, aber oft in Armut lebt. Die Bauernkaste ist Arm (Auch Bettler gehören dazu) und hat nur sehr wenige Rechte. Auch ist es ein Unding, in eine höhere oder tiefere Kaste zu heiraten, so dass das Leben von den Kasten doch deutlich bestimmt wird, nicht nur in der Wahl des Berufes und der Ehepartner sondern auch Bildung, Ärzte und dergleichen.

 

Wer da jetzt, wie so viele Westmenschen, die Nase rümpft und meint „das ist barbarisch“ der soll sich doch mal unsere Kultur ansehen. Die Hindus geben offen zu, dass sie nicht alle Menschen für gleich wertvoll halten. Wir sagen zwar jeder hat die gleichen Rechte, aber in der Praxis sind wir dem indischen Kastensystem sehr Nahe. Bei uns hiessen die Kasten früher: Geistlichkeit (Papst als Oberhaupt), Adel (mit Kaiser als Oberhaupt) Handwerker und Bauern. Und es war genau das gleiche – der Stand entschied über Berufsmöglichkeiten, Rechte, Ehepartner, Bildung, mögliche Ärzte und so weiter. Und wir sind heute nicht besser. Unsere modernen Kasten sind Millionäre, Politiker und Geistliche, Akademiker, Handwerker, Hartz IV Empfänger.

Und wer meint das Kastensystem treffe nicht zu versuche doch mal als Hartz IV Empfänger in akademische oder Milionärkreise einzuheiraten. Der Versuche doch die gleichen teuren Privatärzte und Kliniken zu besuchen wie ranghohe Politiker. Der Versuche mal an Universitäten einen guten Platz zu bekommen. Ja nicht einmal vor der Rechtssprechung ist der Bürger gleich – Millionäre kommen auch bei grosser Steuerhinterziehung mit Geldbussen davon. Handwerker gehen dafür ein Jahrzehnt in den Bau. Und dann gehen sie doch mal, gekleidet wie ein Obdachloser, in ein Nobelrestaurant und schauen sie ob sie auch so behandelt werden wie die Herren in Armaninzug.

 

Die Rolle der Frau ist im Hinduismus auch klar definiert – auch wenn der Frau einige rechte nicht zustehen wie der modernen Frau des Westens – etwa einen Beruf ergreifen – so gibt es keine andere Religion in der Frauen so hoch im Ansehen stehen und so geehrt werden wie im Hinduismus. Frauen sind heilige Wesen – die ideale Frau ist daher religiös und Opferbereit.

 

Auch die Sexualität wird im Hinduismus ganz anders gehandhabt als in den abrahamischen Religionen. Während Naturreligionen in der Sexualität nur etwas natürliches sehen und die abrahamischen Religionen etwas teuflisches, so ist es für die Hindus etwas göttliches. Denn es spendet Freude, Glück, Intimität, Liebe und ist kostenlos. Das Kamasutra kommt aus dem hinduistischen Glauben und sorgt dafür, dass Mann aber auch Frau ihre Sexuelle Erfüllung finden - was im asiatischen Raum einzug hielt und die Menschen für Sexualität viel offener machten, so dass in Asien viele Krankheiten die auf eine nicht gelebte oder unerfüllte Sexualität zurückzuführen sind kaum vorkommen. Auch scheinen die Menschen im Grunde ausgeglichener - was unter anderem auch daher rührt - Freud wäre begeisert.

 

Im Hinduismus spielt auch Vegetarismus eine grosse Rolle. Auch wenn niemand prinzipiell dazu gezwungen wird, so wird es doch als barbarisch und menschenunwürdig erachtet Fleisch zu essen. So versuchen die meisten Menschen doch vegetarisch zu leben und keine Tiere – und schon gar keine Heiligen, zu verspeisen.

 

vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit

- David