In der moderne erliegen viele Menschen einer "keltischen Romantik" und verherrlichen die keltische Kultur und Religion ohne sich näher damit befasst zu haben. Besonders im Wicca Kult und anderen Hexen ist das Keltentum direkt heilig.

 

Es stimmt natürlich, dass die Kelten in Bezug auf Gleichberechtigung den meisten anderen Kulturen ihrer Zeit weit vor raus waren, wie auch die Germanen. In beiden Kulturen gab es zwar klare Rollenbilder und Aufgabenverteilung, doch wurde (wie auch bei den Indianern) keiner gezwungen eine Rolle zu übernehmen. So konnten Männer auch den Haushalt machen und die Kinder hüten und Frauen auf die Jagd gehen und in den Krieg ziehen. Ebenso konnten beide Geschlechter das Amt des Stammesführers ausüben und die berühmteste Stammesführerin der Kelten war eine Frau, welche Cäsar lange Zeit aufhalten konnte.

Weshalb die Kelten auf Frauen wesentlich anziehender wirken als die Germanen war ihre Lebensweise. Die Germanen waren vor allem rauh und brutal und zogen gerne in den Krieg (sie waren auch der einzige Feind den die Römer nie bezwingen konnten)

Die Germanen bauten keine Häuser für die Ewigkeit sondern kleine Siedlungen für ein paar Jahre.

 

Die Kelten hingegen errichteten Steinhäuser und lebten wesentlich hygienischer als die Germanen. Dennoch wird den Kelten, unberechtigterweise, nachgesagt sie hätten näher an der Natur gelebt als die Germanen. Die Germanen waren aber mittendrin und der Natur auch ausgeliefert die Kelten waren da bereits fortschrittlicher.

Auch schreckt viele ab, dass die Germanen eine recht grausame Rechtssprechung hatten (Duell auf Leben und Tod, der Sieger hat recht.) und Unehrenhaftigkeit mit dem Tod (meist im Sumpf versenken) bestraft wurde.

Wenige wissen, dass die Kelten da nicht besser waren, sie waren sozusagen Erfinder des Scheiterhaufens. Bei den Kelten wurde einmal im  Jahr eine riesige Strohpuppe (mit käfigen aus Holz) errichtet, mit Sträflingen gefüllt und angezündet.

Auch wissen wenige, dass das Menschenopfer zu ehren der Götter bei den Kelten ganz normal und gebräuchlich war und so wurde jedes Jahr ein Mann auserwählt, ein Jahr lang, bei den Priesterinnen zu Leben, sie zu schwängern und im Sommer darauf geopfert zu werden.

Auf der anderen Seite des keltischen Klerus standen die berühmten Druiden, die den männlichen Kleruspart übernahmen.

 

Die Kelten waren zwar keineswegs die einzige Kultur die Frauen verehrte und Göttinen anbetete, doch diejenige mit der besten Publicity weshalb so viele Hexen sich gern als keltisch betrachten. In meinen Augen ist das bei den meisten aber uninformierte, träumerische Schwärmerei für ein Keltentum ihrer Phantasie das es so nicht gegeben hat. Ich kenne nur wenige, genau gesagt, eine Hexe die sich zum Keltentum bekennt und auch wirklich eine Ahnung hat was das alles bedeutet.

Deshalb gilt hier der selbe Rat wie auch für den Satanismus: Wer sich dazu bekennt sollte sich erst mal ganz genau informieren. Da das die wenigsten Leute tun haben wir auch hier ein "modernes Keltentum" das mit dem echten Keltentum nicht viel zu tun hat, ausser den Ruf des letzteren zu ruinieren.

 

vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit

- David