Die Sigillenmagie in dieser Form wurde erst im 20. Jahrhundert erfunden und nutzt bewusst das Unterbewusstsein. Die Theorie ist, dass das Unterbewusstsein eine grosse magische Macht besitzt die man nur erreichen kann wenn man den "Zensor" - eine "Schaltstelle" welche "wichtige" und "unwichtige" Informationen aussortiert umgeht und so direkt aufs Unterbewusstsein einwirkt. Die Autosuggestion nutzt ein ähnliches Prinzip.

Bei der Sigillenmagie wird ein Wunsch bis zur Unkenntlichkeit abstrakt gemacht und damit dem Unterbewusstsein zugeführt.

Generell kann man damit alle Wünsche erfüllen welche das Unterbewusstsein realisieren kann wie etwa Gesundheit, Erfolg, Charakterveredelung und andere Dinge welche das eigene Wesen betreffen.

 

Die Praxis ist einfach. Sie formulieren einen kurzen Satz in Gegenwarts und Befehlsform (wie bei der Autosuggestion) also zum Beispiel
"Ich bin gesund" wichtig - nicht "ich werde gesund" sondern "ich bin gesund".

 

Nun streichen sie jeden Buchstaben der im Satz mehr als 1 mal vorkommt. Wir erhalten: ICHBNGESUD

Nun zeichnen sie eine Figur welche alle diese Buchstaben enthält aber möglichst so, dass man sie nicht erkennt. Beispiel:

Jetzt zeichnen sie das ganze noch mal abstrakter sodass die einzelnen Buchstaben nicht mehr erkennbar sind etwa so:

Dieses Zeichen hat auf den ersten Blick keinerlei Zusammenhang mehr mit dem eigentlichen Sinn. Sie können bei der Abstraktion eigentlich nichts falsch machen, Hauptsache das Bild hat für sie keinen erkennbaren Bezug mehr zu "ich bin gesund"

 

Als nächstes muss die Sigille geladen werden. Um den Zensor nun zu umgehen benötigt man einen "Extremzustand" - das kann eine Trance sein aber da eine echte Trance schwer zu erreichen ist gibt es einen ganz einfachen Trick - Masturbation bis zum Orgasmus. Am besten schliessen sie die Augen und bringen sich zum Höhepunkt - in dem Moment wo sie kommen, reissen sie die Augen auf und starren das Bild an, welches sie sich direkt vor die Augen halten. Durch diesen körperlich - seelischen Extremzustand wird dieses Bild, das ja überhaupt nicht zum Zustand passt, im Unterbewusstsein eingebrannt und der Zensor wird umgangen. Wenn der Orgasmus endet knüllen sie das Bild zusammen, verbrennen es oder werfen es weg. Sie dürfen nicht mehr daran denken. Je weniger sie nach der Ladung an das Bild oder gar dessen Bedeutung denken umso besser - am besten kann man so etwas vor dem Schlafen gehen machen.

Ihr Unterbewusstsein hat sehr wohl noch die Bedeutung "ich bin gesund" vor Augen und das Zeichen dafür ist tief eingebrannt und wirkt, ohne dass sie es bemerken, beständig und wird zum Ziel führen.

Man kann natürlich auch andere Extremzustände provozieren, die sind aber mitunter gesundheitlich bedenklich. Sie könnten etwa die Luft anhalten bis sie glauben zu ersticken und dann beim tiefen, erlösenden ja oft panischen einatmen das Bild fixieren oder dergleichen. Wichtig ist nur, dass das Bild in einem Zustand fixiert wird welcher eine starke Anspannung bewirkt, welche das Bewusstsein kurzzeitig "lähmt" und, dass man das Bild danach sofort weglegt und vergisst.

 

Man sollte auch erst dann eine neue Sigille machen, wenn man mit der Wirkung der vorigen zufrieden ist.

 

Aus hermetischer Sicht bilden sie durch diese ungewohnte Anspannung ein schwaches Elemental welches den Wunsch "ich bin gesund" erfüllen und sich danach langsam auflösen wird.

 

So seltsam diese Technik auch klingt, sie ist, wie die Autosuggestion, erstaunlich effektiv. Aus hermetischer Sicht würde ich jedoch die Autosuggestion vorziehen.

Dennoch erfreut sich die Sigillenmagie wegen ihrer Einfachheit und Effektivität grosser Beliebtheit. Diese kurze Anleitung und Beschreibung deckt im Prinzip schon die ganze Sigillenmagie ab und in Büchern darüber habe ich zwar eine Menge gelesen aber es lief alles auf diese kurze Beschreibung hinaus nur mit wesentlich mehr Beispielen und historischer Geschichte der Sigillenmagie.

 

Alles Gute

 

- David