Ja es gibt auch körperliche Übungen welche geistige Eigenschaften Stärken. In Indien kennt man das besonders aus dem Hatha Yoga und viele Hatha Yoga Übungen eignen sich in der Tat um die Willenskraft zu schulen, sollten aber nicht ohne Anleitung eines Lehrers durchgeführt werden und mitunter nicht ohne ärztliche Aufsicht.
In diesem Bereich möchte ich ihnen einige Übungen zeigen die ganz unbedenklich sind, leicht zu machen sind und dennoch eine grosse Wirkung haben können.
1. Pharaositz - den kennen sie ja bereits. Nun versuchen sie, dass sich die Knie und Zehen in diesem Sitz berühren und bleiben sie so lange sie es nur können in dieser Haltung sitzen. Sie müssen dazu ihre Knie direkt zusammenpressen was eine hohe Nervenanspannung erzeugt. Keine Sorge wenn es schmerzt, das gehört dazu, wie der Muskelkater danach. Aber trotz des Unbehagens und der Schmerzen durchzuhalten und weiterzumachen schult die Willenskraft des Geistes über den Körper.
2. Phantomsitz: Diese Übung gleicht der ersten ist aber noch herausfordernder. Sie lehnen sich mit dem Rücken an die Wand. Nun gehen sie in die Knie, als würden sie sitzen. die Beine entweder zusammen oder gespreizt wie sie wollen. Die Knie sollten auch hier einen 90 Grad Winkel haben, und der Rücken wie im Pharaositz. Im Grunde ein Pharaositz ohne Stuhl. Keine Sorge wenn ihre Beine zittern oder wegsacken - Es passiert nichts Schlimmes aber der Muskelkater wird nicht ohne sein.
Eine schwierige Variante ist diesen Sitz zu machen ohne sich an der Wand anzulehnen. Sie werden es kaum schaffen einen 90 Grad Winkel mit ihren Knien zu erreichen - gehen sie so tief runter wie es eben geht.
3. Liegestütze: Eine geht noch...sofern sie nicht ärztliches Verbot für körperlich anstrengende Tätigkeiten haben können sie, aber nicht öfter als 1 mal alle 2 Wochen - ihre Grenzen austesten. Versuchen sie so viele Liegestütze zu machen wie sie können. Ich meine "RICHTIGE" Liegestütze nicht die Schulsportvarianten. Fragen sie einfach im Fitnesscenter. Wichtig ist, der Po muss erhoben sein und nicht mit den Knien am Boden schleifen. Ist das zu leicht machen sie "Armee"Liegestütze - die Hände bilden dabei ein Dreieck. Oder machen sie sie mit einer Hand. Wichtig ist, machen sie Liegestütz bis ihr Körper nicht mehr kann. Nicht etwa bis es unangenehm oder schmerzhaft wird, sondern bis ihre Arme wegknicken und zusammenbrechen.
Sofern sie nicht mit dem Gesicht auf Asphaltboden aufschlagen ist die Übung gesundheitlich unbedenklich, sofern sie eine entsprechend lange Regenerationsphase (Pause) bis zur nächsten sportlichen Aktivität einhalten. (etwa eine Woche)
Man merkt wie schnell man aufgibt weil die Schmerzen gross werden obwohl die eigentliche Erschöpfung noch nicht eingetreten ist. Auch dies ist eine gute Willensschulung.
4. Askese: Eine sehr gute Übung, sollte aber auch nicht übertrieben werden. Es wäre dumm dem Körper die Nährstoffe die er braucht vorzuenthalten.
Aber es schadet durchaus nicht wenn man sich Dinge verkneift.
Sie lieben Fleisch? Essen sie mal 1 Monat gar keines, dafür mehr Hülsenfrüchte. Es wird ihrem Körper gut tun und ihren Willen schulen.
Schokolade? Essen sie mal 1 Monat lang gar keine. Süsses? Verkneifen sie es sich. Sie sehen gern Fern? Lassen sie es doch mal für einen Monat. Sie rauchen Zigaretten? Dann haben sie eine sehr gute Gelegenheit. Hören sie auf. Oder nehmen sie sich vor einen bestimmten Zeitraum gar nicht mehr zu rauchen. Ist das zu schwer, reduzieren sie zumindest ihren Zigarettenkonsum und verzichten sie auf die GUTE, die nach dem Essen zum Bsp. Nicht auf die die sie aus Gewohnheit am Bahnhof rauchen während Sie auf den Zug warten. Sie lieben Sex? Ihr Körper kann auch mal einen Monat ohne.
Anmerkung zur Askese: Sie muss freiwillig geschehen und im vollen Bewusstsein der Enthaltung. Auch dürfen sie sich nicht die Möglichkeiten nehmen wie etwa keine Schokolade einzukaufen. Wenn das "Sucht"mittel in greifbarer Nähe ist, rund um die Uhr, ist es viel schwieriger zu widerstehen und die Wirkung auf ihre Willenskraft entsprechend höher. Anfängern wird ein Monat Enthaltung zu viel sein. Macht nichts. Halten sie eine Woche durch, einen Tag...selbst wenn sie es schaffen eine Stunde zu warten bevor sie dem Genuss nachgeben ist das ein kleiner Erfolg.
5. Marathonlauf: Joggen sie eine Runde. Ihren gelenken zu Liebe im Gras. Sie können auch im Kreis laufen. Wichtig ist, laufen sie in einem Tempo das sie fordert und erschöpft aber sprinten sie nicht. Auch hier kann man den Körper an seine Grenzen führen. Ich selbst machte bei diesen Läufen die sehr erquickende Erfahrung, dass wenn die erste Erschöpfung erstmal überwunden ist (bei mir etwa 10 Minuten nachdem ich denke ich brauch ne Pause oder ich breche zusammen) der Körper eine ungeahnte Kraft freisetzt und man dann, ohne Erschöpfung, noch gut eine halbe Stunde im vorgegebenen Tempo und sogar schneller laufen kann, ehe die wirkliche Erschöpfung einsetzt die man nicht mehr mit Willenskraft überwinden sollte ausser es macht einem nichts aus im Dreck zu landen.
Warnung - theoretisch kann man das Konzept des Trainings bis zur Erschöpfung bei jeder Sportart machen ABER wenn andere beteiligt sind empfiehlt es sich nicht. Auch nicht wenn die Erschöpfung gefährlich werden kann wie beim Schwimmen, Klettern oder Gewichtheben.
Es gibt aber auch körperliche Übungen welche die Konzentration fördern.
1. Still sitzen: Kaum etwas klingt so einfach und ist doch so schwer. Sitzen sie mal 2 Stunden völlig unbeweglich ohne etwas zu tun oder an etwas zu denken. Beobachten sie nur die Reize ihres Körpers ohne zu reagieren (wie etwa sich zu kratzen wenn es juckt).
2. Däumchen drehen: Ja, es ist ganz einfach. Machen sie es mal eine Stunde ohne dass ihre Daumen einander berühren. Wenn sie die Profivariante wollen lassen sie alle Finger umeinander kreisen nicht nur die Daumen.
3. Geschicklichkeitsspiele: Sie werden feststellen, wenn sie solche Spiele voll Bewusst spielen wird sich ihre Leistung drastisch erhöhen. Versuchen sie jede Bewegung ganz bewusst und gezielt zu machen.
Selbiges können sie in ihren Alltag integrieren. Machen sie ALLES was sie tun, vom Gang auf die Toilette bis zum Wasser trinken ganz bewusst und jede Bewegung gezielt. Sie vermeiden damit viele Missgeschicke und steigern ihre Ausdauer wie Konzentrationskraft.
4. Bewusster Alltag:
Eine schwierige aber sehr lohnende Übung. Versuchen sie JEDE Handlung die sie im Alltag vollführen bewusst zu machen. Trinken sie bewusst, essen sie bewusst, gehen sie bewusst. Verrichten sie ihre Arbeit ganz bewusst, jeden Handgriff. Beschliessen sie bewusst was sie tun, jedes Detail, dann tun sie es in vollem Bewusstsein dessen, dass sie es tun. Das schärft den Geist, fördert die Konzentration und verhindert viele Missgeschicke die aus Unachtsamkeit resultieren. Ein Dialog mag das veranschaulichen:
Ein Schüler fragte einst seinen Meiste: "Meister, was ist der Unterschied zwischen mir und dir?" und der Meister antwortete "Wenn ich esse, dann esse ich, wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich schlafe, dann schlafe ich" Der Schüler antwortete "Das tue ich doch auch!"
Da sprach der Meister "Nein, wenn du isst, bist du schon bei deiner nächsten Tätigkeit. Wenn du gehst bist du schon am Ziel und wenn du schläfst denkst du schon an den nächsten Tag und alles was du dann zu tun haben wirst. Lebe im JETZT, denn die Vergangenheit kannst du nicht mehr ändern und die Zukunft kannst du nicht bewältigen bevor sie da ist."
Mögen sie gesund bleiben
- David

